Presse – 2014

Torgauer Tafel e.V. beteiligt sich am 8. Deutschen Tafeltag: Einladung zur Langen Tafel im Schloss zu Torgau

Bundesweit setzen die Tafeln am 04. Oktober 2014 ein Zeichen gegen Armut und Lebensmittelverschwendung

Torgau, den 25. September 2014. Am Samstag, dem 04. Oktober, begehen die Tafeln zum achten Mal den Deutschen Tafeltag. Bundesweit laden viele der rund 900 lokalen Tafeln Bürgerinnen und Bürger ihrer Städte und Gemeinden zu den unterschiedlichsten Aktionen an öffentlichen Plätzen oder in ihren Räumlichkeiten ein. Auch die Torgauer Tafel beteiligt sich. Folgende Aktionen sind geplant: Wir laden ein zur „Lange Tafel“ auf den Schloßhof im Schloß Hardenfels zu Torgau. Am 4.Oktober 2014 ab 11.30 Uhr erwarten wir unsere Besucher. Neben der Erbsensuppe aus der Feldküche gibt es leckere Sachen vom Grill, sowie Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Alles ntürlich kostenlos. Auf unsere Kinder warten einige Überraschungen. Wir möchten die Arbeit unserer Tafel an diesem Tage vorstellen und über weitere Projekte informieren.
Der Vorstand der Torgauer Tafel in der August-Bebel-Straße erklärt, warum ihre Tafel mit dieser Aktion beim Deutschen Tafeltag mitmacht: „Wir wollen uns nicht damit abfinden, dass auch in unserer Stadt viele Menschen am Existenzminimum leben. Wir unterstützen wöchentlich ca. 1500 Personen mit Lebensmittelspenden. Es ist uns aber auch ganz wichtig zu zeigen, wie wertvoll gute Lebensmittel sind. In unserer Überflussgesellschaft landen viel zu viele Lebensmittel im Müll. Gleichzeitig fehlt vielen Bürgern das Nötigste, um über die Runden zu kommen. Darüber wollen wir am Deutschen Tafeltag informieren und unsere Tafel vorstellen. Ich hoffe sehr, dass sich so noch mehr Menschen finden, die unsere Arbeit unterstützen.“
Tafeln im gesamten Bundesgebiet werden sich Anfang Oktober mit eigenen Veranstaltungen am Aktionstag der Tafeln beteiligen. Ziel ist es, öffentlich auf Armut in Deutschland aufmerksam zu machen und für mehr bürgerschaftliches und unternehmerisches Engagement zu werben. Gleichzeitig wollen die Tafeln ein Schlaglicht auf das Thema Lebensmittelverschwendung werfen.
Der Deutsche Tafeltag findet jedes Jahr am Samstag vor Erntedank statt.

Tafel feierte Zuckertütenfest

Vier Schulanfänger besuchten die freiwillige Feuerwehr
TORGAU. Leni, Kevin, Celina und Xenia feierten am Mittwoch ihr Zuckertütenfest bei der Torgauer Tafel. Viele Überraschungen warteten an diesem Tag auf die vier Kinder. Doch zuerst sollten sie ihren Fantasien freien Lauf lassen. Denn sie sollten aufzeichnen, wie sie sich ihre perfekte Zuckertüte vorstellten. Ob diese am Ende wirklich so aussah? Das hatte zuerst nicht den Anschein, denn an einem Baum vor dem Haus hingen die Zuckertüten. Doch waren sie noch winzig klein. Ein bisschen enttäuscht blickten die vier Schulanfänger schon aus der Wäsche. Doch sie brauchten nicht traurig sein. Denn jeder weiß, dass der Zuckertütenbaum erst gegossen werden muss, bevor dieser große Zuckertüten-Früchte trägt. So holten sie große Eimer und gossen den Baum gründlich. Nun hieß es warten. Und damit die Zeit nicht zu lang wurde, ging es auf einen Besuch zur Torgauer Feuerwehr. Dort angekommen, ertönte die Sirene um 15 Uhr. Was das wohl auf sich hat? „Es wurde überprüft, ob die Sirene auch funktioniert“, erklärte Kevin nach ihrem Besuch. Besonders spannend fand er, dass sich die Kinder auch die Fahrzeuge von innen ansehen durften. Erklärt bekommen haben sie alles kindgerecht von Gerätewart Uwe Hesse. Er erklärte den Kindern auch, was es mit den großen Schläuchen auf sich hat, die zum Trocknen in der Feuerwehr hingen, er öffnete die Boxen an den Fahrzeugen und ließ die Kinder überall einen Blick rein werfen. Wie lautet die Notrufnummer der Feuerwehr?, fragte die stellvertretende Vorstandsvositzende der Tafel Sandra Spiegler. „112“ rufen die Kinder im Chor. Denn auf dem Weg zurück zur Tafel nutzten sie die Gelegenheit, die Zeit in der Feuerwehr noch einmal Revue passieren zu lassen. Wieder bei der Tafel angekommen, wurden die Kinderaugen groß. Denn ihre Zuckertüten waren tatsächlich gewachsen und konnten vom Baum gepflückt werden. Zudem gab es noch für jedes Kind eine vollgefüllte Federmappe, Hefte, Stundenplan, Füller, Tuschkasten und all das, was man als Schulanfänger benötigt. „All das hat uns ein privater Spender für die Kinder gegeben“, verrät Helga Woy, Leiterin des gemeinnützigen Vereins und ist für diese großzügige Spende sehr dankbar. Ein mit Leckereien gedeckter Tisch wartete auf Celina, Xenia, Kevin und Leni. Danach konnten sie sich noch einmal an ihre Kunstwerke wagen und ein schönes Zuckertütenfest ging zu Ende.
Torgauer Zeitung, 22. August 2014

Rückblick 2013

Torgau (TZ). „Für die Torgauer Tafel war das Jahr 2013 ein sehr erfolgreiches Jahr.“ Das bestätigt Schatzmeisterin Helga Woy gegenüber der Torgauer Zeitung. Sie blickt zurück auf die vergangenen zwölf Monate. „Wir haben nicht nur neue Liferanten für uns gewinnen können, sondern konnten auch mehr Bedürftigen helfen.“ In den letzten drei Monaten seien 480 Personen mehr dazu gekommen. Helga Woy vermutet, dass dies der „Langen Tafel“ im Schlosshof im Oktober 2013 zu verdanken sei, da viele Bürger dadurch auf die Arbeit der Tafel aufmerksam geworden seien. „Wir konnten vieles anbieten. Das kam bei den Leuten sehr gut an. Wir sind noch immer sehr dankbar, dass wir den Schlosshof für diese Event nutzen konnten. Wir würden auch gerne in diesem Jahr wieder eine „Lange Tafel“ organisieren.“ Im vergangenem Jahr hatte die Tafel 900 Euro Spendengelder erhalten, womit sie die Ausgaben für die Veranstaltungen wieder ausgleichen konnten.
„Auch unser Weihnachtsmarkt, den wir Ende November bei uns im Haus veranstaltet hatten, wurde sehr gut angenommen. „Ich habe 95 Gäste gezählt. Wir hatten Waffeln, Zuckerwatte, Gegrilltes. Auch das MDR-Fernsehteam war da und hat für die Sendung „Hier ab vier“ aufgezeichnet.

Logistikverbund

Im Februar hat die Torgauer Tafel den Logistikverbund Mitteldeutschland gegründet. Sieben Tafeln gehören insgesamt dazu. Die Lebensmittel werden dann über die sieben Tafeln an die Bedürftigen verteilt. Finanziell unterstützt werden sie dabei vom Bundesverband in Berlin.
Und auch das Jahr 2014 soll für die Torgauer Tafel ein vielversprechendes Jahr sein. „Jetzt im Februar wollen wir mit der Organisation so weit sein, dass unser Seniorenprojekt umgesetzt werden kann.“ Hierbei sollen Senioren unterstützt werden, denen es nicht möglich ist, die Torgauer Tafel selbst aufzusuchen. Die betroffenen Senioren sollen in ihrer häuslichen Umgebung versorgt werden. Und auch eine Kinderbetreuung soll in Zukunft angeboten werden können, um die Eltern dabei zu unterstützen, wieder einen Weg in ein geregeltes Leben zu finden.

Feste
Ein paar Feste stehen ebenso für 2014 auf dem Plan. Neben dem eingangs erwähnten Tag der „Langen Tafel“ am 4. Oktober 2014, werden die alljährlichen Feiern, wie zum Beispiel die Einschulungen oder Osterfeier auch wieder vorbereitet. Auch eine Weihnachtsfeier kann sich Helga Woy bereits jetzt bildlich Vorstellen. „Wenn das Wetter wieder so werden sollte wie in diesem Jahr, kann man die Feier auch draußen veranstalten. Es wäre ein kleines Highlight für die Bedürftigen.“
Sie hofft zudem auf eine Zusage, um einige Räume mehr im Haus in der August-Bebel-Straße 16 für die Torgauer Tafel nutzen zu können, um dort auch die Kinderbetreuung anbieten zu können. Große Pläne für den Verein. Doch Helga Woy ist optimistisch. Sie haben schon ganz andere Dinge gemeinsam gemeistert.

Helfer
Etwa 1400 Personen versorgt die Torgauer Tafel im Einzugsbereich. Etwa 60 Bedarfsgemeinschaften sind es in Torgau. Unterstützt werden sie dabei von derzeit 19 freiwilligen Mitarbeitern und sechs Bundesfreiwilligendienstlern. „Alles muss straff organisiert werden“, erklärt die Schatzmeisterin. 31 Lieferanten unterstützen die Torgauer Tafel. „Gerade in der Sommerzeit bekommen wir auch viel Obst und Gemüse von Privatpersonen. Darüber sind wir immer sehr dankbar.“ Jeden Dienstag und Donnerstag ist Ausgabe bei der Torgauer Tafel in der August-Bebel-Straße 16. Mittwoch bis Freitag werden die Lebensmittel in die benachbarten Dorfer gefahren. „Wenn ein Bedürftiger gesundheitsbedingt nicht zu den Ausgabestellen kommen kann, fahren wir die Lebensmittel auch direkt zu denjenigen nach Haus“, verrät Hans Jörg Woy. „Zur Zeit sind wir gerade dabei, die Ausgaben noch effektiver zu gestalten.“
Torgauer Zeitung, 13. Januar 2014